Projekte
Bestandskirche Rautenberg
Die Kirchengemeinde Rautenberg plant, den bisherigen Gemeinderaum aus dem historischen Pfarrhaus in die Kirche zu verlegen. Dafür entsteht aktuell der Entwurf einer Winterkirche: ein kompakter, gut beheizbarer Raum im bestehenden Kirchengebäude, der kleinere Gottesdienste, Gruppenangebote und Gemeindetreffen ermöglicht. Ziel ist eine Lösung, die funktional, energetisch sinnvoll und zugleich sensibel im Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand ist.
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die sorgfältige Auseinandersetzung mit der Bau- und Nutzungsgeschichte der Kirche. Sie zählt zu den prägenden Orten des Dorfes und geht vermutlich auf eine mittelalterliche Gutskapelle der Herren von Rutenberg zurück, die als Lehnsherren des Reichsstifts Gandersheim über Jahrhunderte Patronat und Gerichtshoheit innehatten. Die Kirche entwickelte sich über viele Bauphasen hinweg weiter. Die vielschichtige Geschichte prägt den Charakter des Raumes und bildet den Rahmen für unseren entwurflichen Ansatz.
Im bisherigen Planungsprozess haben wir untersucht, wie sich die Winterkirche räumlich in das Kirchenschiff einfügen kann, welche baulichen Eingriffe denkmalgerecht möglich sind und wie die notwendigen Nebenräume integriert werden könnten. Dabei stehen Reversibilität und ein respektvoller Umgang mit dem historischen Gefüge im Vordergrund.
Der Vorentwurf ist zunächst in zwei denkbare Bauabschnitte gegliedert. Im ersten Bauabschnitt ensteht die beheizbare Winterkirche im westlichen Bereich der Bestandskirche. Neben der energetischen Ertüchtigung umfasst dieser Abschnitt unter anderem die Erneuerung des Bodenaufbaus, die technische Erschließung, eine moderne und nachhaltige Wärmeversorgung sowie die Gestaltung eines funktionalen und ganzjährig nutzbaren Gemeinderaums inklusive Teeküche, WCs und Lagermöglichkeiten. Ein weiterer Zugang von der Nordseite aus soll zudem einen weiteren, barrierearmen Zugang schaffen.
Der zweite Bauabschnitt könnte in Form eines Anbaus an der Nordseite der Kirche eine größere Teeküche und Technikräume beherbergen und mit einer überdachten Außenfläche zusätzliche Möglichkeiten für das Gemeindeleben und Veranstaltungen schaffen. Dieser Bauabschnitt soll nach sorgfältiger Abwägung des Kirchenvorstands jedoch vorerst nicht realisiert werden.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Kirchengemeinde und den Fachstellen den Entwurf weiter zu entwickeln und einen Ort zu schaffen, der sowohl die Vergangenheit würdigt als auch die Zukunft der Gemeinde unterstützt.