Projekte
Naturerlebniszentrum Stausee in Kelbra
In unmittelbarer Nähe zum international bedeutsamen Brut- und Rastgebiet der Kraniche am Helmestausee entsteht ein neues Besucher/innen- und Ausstellungszentrum, das sich architektonisch wie landschaftlich sensibel in seine Umgebung einfügt. Der polygonale Baukörper formuliert einen klaren baulichen Abschluss der vorhandenen Servicegebäude und öffnet sich einladend zum Ortseingang hin. Eine charakteristische gefaltete Dachform verleiht dem Neubau seine prägnante Silhouette und spielt mit Assoziationen an Flügelbewegungen – eine subtile Referenz an das Thema der Vogelbeobachtung.
Das Zentrum verbindet die Funktionen des Informierens, Verweilens und Entdeckens. Im Erdgeschoss befinden sich Foyer, Information, Verwaltung und ein kleiner Snackbereich. Die Ausstellung erstreckt sich über das erste Obergeschoss mit einer angeschlossenen Galerieebene und mündet auf einer öffentlich zugänglichen Dachterrasse mit weitem Blick über den See. Eine außenliegende Freitreppe führt über mehrere Ebenen bis zur Beobachtungsplattform auf 7 Metern Höhe. Diese Wegeführung wird zum räumlichen Erlebnis und schafft immer neue Blickbeziehungen in die Landschaft.
Gestalterisch prägen natürliche Materialien den Entwurf: Eine fein strukturierte Holzfassade legt sich wie ein schützendes Gefieder um das Gebäude. Die Konstruktion in Holzrahmenbauweise mit Brettschichtholzträgern bildet zusammen mit einem kompakten Hüllflächenverhältnis die Grundlage für ein energieeffizientes und kreislauffähiges Bauwerk. Die Energieversorgung erfolgt über eine geothermische Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage. Die Innenräume werden von Tageslicht, natürlichen Materialien und bewusst gestalteten Ausblicken geprägt – ganz im Sinne eines stillen Dialogs mit der umgebenden Landschaft.
Das Freiraumkonzept greift das Thema des Kranichzugs auf und übersetzt es in eine zurückhaltende, sinnliche Gestaltung mit Gräsern, Findlingen, Wildstauden und Gehölzen aus verschiedenen Lebensräumen entlang der Zugroute. Ein kleines Wasserspiel im Ausstellungsgarten bietet Raum für Aufenthalt und Veranstaltungen im Freien.
Die Umsetzung des von Richter Musikowski Architekten entworfenen Gebäudes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit GRIEGER HARZER DVORAK Landschaftsarchitekten und GESA VON GROTE (Ausstellungsgestaltung). Wir begleiten das Projekt in den hinteren Leistungsphasen mit Fokus auf Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung.
Leistungsphasen 6-9